Chiemgau Baskets ziehen Fazit zur Saison 2021/22

Chiemgau Baskets ziehen Fazit zur Saison 2021/22

Bayernliga-Team erringt Vizemeisterschaft in Bayernliga • U18 Vizemeister der Bezirksliga • U16 Meister der Bezirksliga • Punkterunden der U12, U14 und U20w coronabedingt abgebrochen

Nachdem die U18 am Wochenende die Bezirksliga abgeschlossen hat, ist die Basketballsaison 2021/22 für die Chiemgau Baskets nun endgültig zu Ende. Damit ist es Zeit, ein Fazit zu ziehen: Während das Bayernliga-Team des TV Traunstein (TVT) die Vizemeisterschaft und damit die beste sportliche Platzierung seit den 1980er-Jahren erreichte, wurde die U18 Vizemeister in der Bezirksliga. Die U16 sicherte sich sogar die Meisterschaft in der Bezirksliga. Außerdem verzeichnete die Abteilung in der vergangenen Saison einen starken Mitglieder- und Zuschauerzuwachs.

 

Der U18 war der Einzug in die „Final Four“-Runde der Bezirksliga gelungen, die am Samstag in Ismaning ausgetragen wurde. Hier bezwang das Traunsteiner Nachwuchsteam von Coach Florian Pavic zunächst den SV Germering. Im Finalspiel mussten sich die jungen TVTler jedoch nach großem Kampf dem körperlich robusten BC Hellenen München mit 55:65 geschlagen geben und sich daher mit dem Titel des Vizemeisters begnügen. Die anderen TVT-Jugendteams der U20 weiblich, U14 und U12 konnten aufgrund zahlreicher coronabedingter Spielabsagen ihre jeweiligen Punkterunden nicht abschließen.

Die Covid-19-Pandemie hat den Sportvereinen und Fitnessstudios in den vergangenen zwei Jahren hohe Verluste an Mitgliedern beschert. Laut Baye­ri­schem Landes-Sport­ver­band (BLSV) haben die bayerischen Vereine zwischen Ende 2019 und Ende 2021 über 150.000 Mitglieder verloren. Die deutsche Fitnessbranche beklagte 2021 sogar den Wegfall von über einer Million Mitgliedschaften. Auch die Basketball-Saison 2021/22 der Chiemgau Baskets war in diesem Umfeld überschattet von Corona-Lockdowns, Liga-Unterbrechungen und Spielabsagen sowie einem Covid-Ausbruch im Bayernliga-Team des Vereins. Die ständig neuen Hygienevorschriften für Trainings- und Spielbetrieb brachten überdies einen erheblichen zusätzlichen administrativen und sportorganisatorischen Aufwand mit sich. „Das Thema Corona hat allen Beteiligten sehr viel an mentaler Kraft abverlangt und war für die Organisation des Betriebs ein wahrer Albtraum“, blickt Abteilungsleiter und Sportdirektor Franz Buchenrieder zurück. „Auch die Kosten- und Einnahmeseiten waren von den Störungen erkennbar getroffen.“ Mit einer rein auf Ehrenamtlichkeit aufgebauten Vereinsstruktur sei so ein Spielbetrieb wie bei den Chiemgau Baskets eigentlich kaum zu bewältigen. Für jeden Sportler bedeuteten die Störungen und Unregelmäßigkeiten in der Trainings- und Wettkampfstruktur außerdem Stress für den Körper und die Psyche.

„Dennoch haben wir Basketballer als Organisation in den vergangenen zwölf Monaten in der Entwicklung einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht“, betont Buchenrieder. „Das kann uns jetzt keiner mehr nehmen. Wir sind organisatorisch enorm gewachsen und waren zudem sportlich erfolgreich. Dies war nur dank der großen Motivation der Trainer, Spieler, Funktionsträger und Helfer zu schaffen.“

Buchenrieder berichtet, dass sich die Mitgliederzahlen der Abteilung Basketball sprunghaft erhöht haben. Trotz der üblichen Fluktuation stehe bei den Aktiven eine Steigerung um über 50 % zu Buche. Der positive Trend gehe durch alle Geschlechter und Altersgruppen, wobei man den größten Zuwachs bei den Minis (5 bis 12 Jahre) registrierte. Ferner wurde das Organisationsteam für Heimspielmanagement, Marketing, PR, Finanzen und Schulkooperationen auf acht Ehrenamtliche ausgebaut.

„Mit rund 2000 Teilnehmern an der ‚Traunsteiner School-Tour‘ und über hundert Teilnehmern an unseren beiden ‚Junior-Camps‘ haben wir neue Rekordzahlen erzielt“, so Buchenrieder weiter. Auch bei den Zuschauerzahlen in der Bayernliga verzeichneten die Baskets einen signifikanten Anstieg – trotz Corona. Höhepunkte waren die ausverkauften Spiele gegen den FC Bayern München IV und TS Jahn München, als die Fans die AKG-Sportarena in einen wahren Hexenkessel verwandelten. Und noch eine Zahl freut den Abteilungsleiter: „Die Anzahl der Sponsoren wurde zwischenzeitlich auf 30 erhöht.“

Jetzt sei man dabei, die Saison zu analysieren und die Weichen für die nächste Spielzeit zu stellen. „Es ist beabsichtigt, den Trainerstab auszubauen und die Organisation an die gewachsenen Anforderungen anzupassen – auch im Hinblick auf die vielen Neumitglieder, das Anwachsen der Fans bei den Heimspielen und den gesteigerten wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb“, so Buchenrieder. Dazu werde man in den kommenden Wochen Gespräche führen, um dann im Spätsommer gut gerüstet in die neue Saison zu starten.

Die Chiemgau Baskets bei einer Auszeit während des Spiels gegen den FC Bayern München IV vor vollbesetztem Haus. Credit: Robin Stein/Chiemgau Baskets.

Chiemgau Baskets beenden die Saison mit Niederlage

Chiemgau Baskets beenden die Saison mit Niederlage

Traunsteiner unterliegen dem TS Jahn München mit 77:108

Bittere Pille für die Chiemgau Baskets: Nachdem sie zuletzt schon die Heimpartie gegen die Turnerschaft (TS) Jahn München verloren hatten, unterlagen die Korbjäger des TV Traunstein (TVT) am Sonntag beim Saisonabschluss auch im direkt folgenden Rückspiel deutlich mit 77:108.

Die ungeschlagenen Landeshauptstädter standen nach ihrem 81:64-Sieg in Traunstein in der Vorwoche schon vor der Partie als Meister der Bayernliga Süd fest und schonten in dem für die Tabelle bedeutungslosen Rückspiel einige Stammkräfte. Im Vergleich zur ersten Begegnung nominierte Jahn-Coach Timo Heinrichs fünf neue Spieler – und bewies damit, aus welch einem tiefen Reservoir ein Verein wie TS Jahn München schöpfen kann, dessen U16 und U19 in der Jugend- bzw. Nachwuchs-Basketball-Bundesliga spielen. Denn während mit Jan Pürschel, Torsten Walter und William Bessoir die drei stärksten Punktesammler des Hinspiels fehlten, punkteten auch einige der „Neuen“ wie Alan de Vries oder Kyle Varner zweistellig. Übertroffen wurden sie allerdings von Jahn-Topscorer Benjamin Voit, den die Baskets nie in den Griff bekamen und der 31 Punkte beisteuerte, darunter fünf Dreier.

Nach einem holprigen Start von beiden Seiten rissen die treffsicheren Münchner vor einer spärlichen Kulisse von knapp 30 Zuschauern die Partie an sich und setzten sich schon früh zweistellig ab. 26:16 führte der Favorit nach dem ersten Viertel. Trotz der teilweise schönen Passstaffeten der Baskets, bei denen im Vergleich zum ersten Spiel neben Markus Haindl und Jakob Kock auch Timo Endlmaier fehlte, fanden zu wenige Würfe ihr Ziel. Mit 48:38 für die Münchner ging es in die Pause.

Wie schon im Hinspiel setzte sich die Misere für die Baskets in der zweiten Spielhälfte fort. Vor allem leisteten sie sich zu viele Turnover. Die Münchner münzten diese Ballgewinne in viele einfache Punkte um. Zudem fanden die TVTler kein Mittel gegen die starken Distanzschützen des Jahn, die im Laufe der Partie, nach zwölf Dreiern in der Vorwoche, sogar 21 Drei-Punkte-Würfe versenkten. 75:57 hieß es nach dem dritten Spielabschnitt.

Beide Trainer rotierten kräftig durch und verteilten die letzten Bayernliga-Minuten der Saison auf ihren gesamten Kader. Bei den Traunsteinern punkteten mit Florian Pavic, Ante Bandov, Felix Schwankner, Aris Ipate und Jonas Keil alle jungen Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, die Coach Zoltán Lippay im Kader hatte. Am Ende stand ein 108:77 für die TS Jahn München zu Buche und das Heimteam feierte die verdiente Meisterschaft sowie den Aufstieg in die 2. Regionalliga. Die Traunsteiner beenden eine lange Saison, die von vielen Unterbrechungen aufgrund der Covid-19-Pandemie geprägt war, nach 19 Siegen und drei Niederlagen auf dem zweiten Tabellenplatz. Damit spielen sie auch nächste Saison in der Bayernliga Süd. „Die Jungs haben Vollgas gegeben, aber leider hat das nicht zum Gewinnen gereicht“, resümierte Zoltán Lippay. „Wir haben eine gute Saison hinter uns und dürfen stolz auf den zweiten Platz sein.“

Erfolgreicher als die Herren war am Sonntag die U18 des TVT: Das Team von Coach Florian Pavic siegte beim TSV Vaterstetten mit 65:44 und behauptete damit den ersten Platz in der Bezirksliga vor dem TSV Ismaning.

Es spielten:

TS Jahn München: Benjamin Voit (31 Punkte/5 Dreier), Jakob Sperber (15/5), Alan de Vries (15/4), Kyle Varner (11/3), Pirmin Gaißer (8), Mateo Jukic (8/1), Julian Hecht (7/2), Toni Sperber (6), Jonas Hartmann (5/1), Alexander Herrmann (2), Harald Schmitt.

Chiemgau Baskets: Kameron Rooks (15), Kenan Biberovic (12/2), Valentin Rausch (11/1), Florian Pavic (10), Stefan Gruber (8), Ante Bandov (5/1), Thomas Weber (5/1), Felix Schwankner (2), Aris Ipate (2), Jonas Keil (1), Julian Rosnitschek.

BU für Foto: Kenan Biberovic sammelte in München zwölf Punkte und traf zweimal von der Dreier-Linie, konnte aber die Niederlage der Baskets nicht verhindern. Credit: Robin Stein/Chiemgau Baskets

Chiemgau Baskets wollen Revanche

Chiemgau Baskets wollen Revanche

Saisonabschluss beim vorzeitigen Meister TS Jahn München am Sonntag

Der Meister zollte dem Unterlegenen Respekt: „München verneigt sich vor einem Gegner, der mit dieser Leistung über die Saison hinweg wohl in fast jedem anderen Jahr aufgestiegen wäre“, schrieb die Turnerschaft (TS) Jahn München nach dem Triumph über die Chiemgau Baskets am vergangenen Samstag auf ihrer Website. Der 81:64-Sieg der Münchner in der ausverkauften AKG-Sportarena zementierte deren Tabellenführung und machte den Jahn, bislang ungeschlagen, zum Meister der Basketball-Bayernliga Süd. Die Korbjäger des TV Traunstein (TVT) belegen nach 19 Siegen in 21 Spielen sicher den zweiten Platz und gehen nun erhobenen Hauptes in das Rückspiel am Sonntag um 15 Uhr in München, das zugleich die letzte Partie der Saison markiert.

 

In dieser Begegnung wollen die TVTler den Landeshauptstädtern, die mit einem sehr gut ausgebildeten und tief besetzten Team aus ehemaligen Spielern der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga antreten, die erste Saisonniederlage beibringen. „Das wird am Sonntag wieder ein schwieriger Kampf“, prophezeit Baskets-Coach Zoltán Lippay. „Natürlich ist es unser Ziel, zu gewinnen und Revanche zu nehmen. Ich werde mit der Mannschaft taktisch ein bisschen etwas ändern und glaube, dass das funktionieren kann.“ Verzichten muss Lippay allerdings weiterhin auf die verletzten Routiniers Markus Haindl und Jakob Kock, deren Erfahrung, Treffsicherheit und giftige Verteidigung den Traunsteinern schon im Hinspiel fehlte.

Nach dem Basketball-Spektakel mit hunderten lautstarken Fans beim Heimspiel letzten Samstag wird die Traunsteiner in München wohl ein ruhigeres Umfeld erwarten. Schließlich ist das Match auf dem Papier nun ohne Bedeutung. Unabhängig vom Ausgang des Spiels steht die Turnerschaft als Meister und damit einziger Aufsteiger in die 2. Regionalliga Süd fest. Aber die Traunsteiner, die eine starke Saison gespielt und viele Gegner nach Belieben dominiert haben, wollen mit einem guten Gefühl in die Sommerpause gehen und werden sicher alles geben, um mit zwei Punkten im Gepäck nach Traunstein zurückzukehren. Immerhin haben sie mit Kameron Rooks und Stefan Gruber zwei Spieler in ihren Reihen, die zu den besten fünf Scorern der Liga zählen. In der Defense wird es darauf ankommen, die Distanzschützen der Münchner rund um den Dreierspezialisten der Liga, Benjamin Voit, besser zu kontrollieren: Zwölf Drei-Punkte-Würfe versenkten die Jahn-Spieler letzten Samstag und setzten sich damit in entscheidenden Spielphasen immer wieder von den Traunsteinern ab.

Auch für eines der Jugendteams der Traunsteiner steht am Wochenende ein Spiel auf dem Programm: Die U18, Tabellenführer in der Bezirksliga, gastiert am Sonntag um 11 Uhr beim Drittplatzierten TSV Vaterstetten. Das Team von Coach Florian Pavic will dort mit einem Sieg den nächsten Schritt zur Meisterschaft machen.

Auf ihn wird es unter dem Korb wieder wesentlich ankommen: 2,17-Meter-Center Kameron Rooks will die Chiemgau Baskets in München zum Sieg führen. Credit: Robin Stein/Chiemgau Baskets

Aus der Traum: Chiemgau Baskets unterliegen München

Aus der Traum: Chiemgau Baskets unterliegen München

TS Jahn München neuer Meister der Bayernliga Süd

Es hat nicht gereicht: Vor ausverkauftem Haus unterlagen die Chiemgau Baskets der Turnerschaft Jahn München im letzten Heimspiel der Saison mit 64:81. Damit stehen die Münchner schon vor dem Rückspiel nächste Woche als neuer Meister der Basketball- Bayernliga Süd fest und steigen in die 2. Regionalliga Süd auf. Die Korbjäger des TV Traunstein (TVT) müssen ihre Titelträume begraben und landen auf Platz zwei. Sie begeisterten das Publikum mit einer starken kämpferischen Leistung, konnten aber ersatzgeschwächt in der zweiten Hälfte der Partie nicht mehr mit den ausgeglichen besetzten und körperlich sowie taktisch überlegenen Münchnern mithalten.

 

Um die 650 Zuschauer feuerten die Baskets in der vollbesetzten AKG-Sportarena an und sorgten damit zum Saison-Heimabschluss für ein echtes Basketballfest. „Wir gratulieren Jahn München zu ihrem verdienten Sieg und zur Meisterschaft“, sagte Abteilungsleiter und Sportdirektor Franz Buchenrieder. „Wir konnten sehen, dass es noch nicht zum großen Triumph reicht.“ Aus dem Ereignis am Samstag könne man jedoch sehr viel lernen: „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, so Buchenrieder. Man werde jetzt in die Planung für die nächste Saison gehen und die Talentförderung weiterhin priorisieren. „Unsere Fan-Base wächst dynamisch“, stellte er fest. „Ich möchte mich herzlich bei allen Fans bedanken, die unser Team so begeistert unterstützt haben. Eine so großartige Stimmung ist schon etwas Besonderes!“ Der Abteilungsleiter bedankte sich bei den Partnern und Sponsoren der Chiemgau Baskets für ihre Unterstützung. Und er lobte die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer: „Sie haben diese Saison einen tollen Job gemacht. Für mich sind sie ‚Meister der Herzen‘ – auch ihnen gilt mein Dank!“

Das Spiel begann hektisch und mit zwei Fouls der Traunsteiner, die mit engagierter Defense zeigen wollten, wer der Herr im Haus ist. Doch die ersten Punkte gingen nach München: In der zweiten Minute traf Benjamin Voit von der Drei-Punkte-Linie und deutete damit an, wohin die Reise gehen sollte – satte zwölf Dreier versenkten die Münchner im Laufe der Partie. Tom Weber konterte zwar ebenfalls mit einem Distanztreffer. Aber während die Jahn-Spieler zuverlässig einen Punkt um den anderen holten, verfolgte die TVTler, bei denen die Routiniers Markus Haindl und Jakob Kock schmerzlich vermisst wurden, ihre schlechte Wurfausbeute. Zudem leisteten sie sich zu viele Ballverluste. Im Gegensatz zu den bisherigen Saisonspielen hatten die Traunsteiner auch keine Größenvorteile unter dem Korb. Center Kameron Rooks konnte seine sonstige Reboundstärke nicht ausspielen. Das Publikum feuerte die Traunsteiner leidenschaftlich an, doch die Münchner blieben von der Atmosphäre unbeeindruckt und gingen mit einer 25:16-Führung in die erste Viertelpause.

Die TVTler gaben jedoch keinesfalls auf und bliesen zur Aufholjagd. Pointguard Tom Weber setzte nun Stefan Gruber, Kenan Biberovic und Kameron Rooks in Szene, sodass das zweite Viertel an die TVTler ging: Zur Halbzeit stand es nur noch 34:37 für München. Im dritten Spielabschnitt verließ die Traunsteiner dann mehr und mehr die Kraft. Während die Münchner dank ihrer tief besetzten Bank laufend durchwechseln konnten und jeder ihrer Spieler am Ende gepunktet hatte, musste Rooks beim TVT durchspielen. Auch der kampfstarke Gruber erhielt nur eine kurze Verschnaufpause. Die 64:45-Führung nach dem dritten Viertel war schon fast die Vorentscheidung.

Zu Beginn des letzten Spielabschnitts verloren die Traunsteiner dann auch noch ihren stärksten Distanzschützen Tom Weber mit dem fünften Foul. Felix Schwankner überzeugte zwar in dieser Phase ebenso wie Valentin Rausch mit einem Dreier und Zug zum Korb, aber die Traunsteiner konnten das Ruder nicht mehr herumreißen. Dennoch kämpften sie weiter um jeden Ball und wurden vom Publikum bis zur letzten Sekunde lautstark unterstützt. „Ich bin stolz auf die Jungs, das Team war voller Energie“, lobte auch Lippay seine Spieler. „Wir danken den Zuschauern für die starke Unterstützung!“ Die beiden Mannschaften sehen sich nächstes Wochenende wieder: Am Sonntag findet in München das tabellarisch nun bedeutungslose Rückspiel und damit die letzte Partie der Saison statt.

 

Es spielten:

Chiemgau Baskets: Kameron Rooks (23 Punkte), Thomas Weber (9/3 Dreier), Stefan Gruber (8), Valentin Rausch (8/1), Kenan Biberovic (7), Felix Schwankner (6/1), Florian Pavic (2), Julian Rosnitschek (1), Ante Bandov, Timo Endlmaier, Aris Ipate, Jonas Keil.

TS Jahn München: Jan Pürschel (16/2), Torsten Walter (13/3), William Bessoir (7/2), Mateo Jukic (7/2), Jakob Sperber (7/2), Benjamin Voit (7/1), Pirmin Gaißer (6), Alexander Herrmann (5), Harald Schmitt (5), Philipp Bode (4), Peter Pauli (2), Toni Sperber (2).


Chiemgau Baskets stehen vor Showdown um die Meisterschaft

Chiemgau Baskets stehen vor Showdown um die Meisterschaft

Tabellenführer TS Jahn München ist am Samstag in Traunstein zu Gast • Duell zweier Traditionsvereine

Im letzten Heimspiel der Saison erwartet die Chiemgau Baskets noch einmal ein echtes Basketballfest: Am Samstag, 7. Mai 2022, empfangen die Korbjäger des TV Traunstein (TVT)  um 18.30 Uhr den ungeschlagenen Ligaprimus TS Jahn München in der AKG-Sportarena. Mit einem Sieg können die Traunsteiner noch die Chance auf die Meisterschaft in der Bayernliga Herren Süd wahren, die sich dann eine Woche später beim Rückspiel in München entscheiden würde. Grund für die spannende Finalkonstellation sind Spielplanverschiebungen infolge der Corona-Pandemie. Eigentlich wäre diese Heimpartie für den Dezember terminiert gewesen.

 

19 Siege in 20 Spielen haben die Chiemgau Baskets auf der Habenseite und damit den zweiten Tabellenplatz schon sicher – die beste Bilanz für die 1953 gegründete Basketball-Abteilung des TVT seit den 1980er-Jahren, als die Herren- und Damenteams in der damals vierthöchsten Basketball-Spielklasse, der Oberliga, agierten. Nach einer längeren Schwächephase erlebten die TVT-Korbjäger seit den frühen 2010er-Jahren einen starken Aufschwung. Ihre engagierte Jugendarbeit machte sich bezahlt: Die erste Herrenmannschaft stieg dank Eigengewächsen und gezielten Verstärkungen innerhalb weniger Jahre von der Kreisliga in die Bayernliga auf.

In der sechsthöchsten Spielklasse spielte das Team bereits im zweiten Jahr 2019/20 um den Aufstieg mit und belegte am Ende Platz drei. Nach der weitgehend ausgefallenen Folgesaison gingen die Traunsteiner mit hohen Zielen in das aktuelle Spieljahr. Neue Kräfte wie der Ex-Regionalligaspieler Jakob Kock und der 2,17-Meter-Center Kameron Rooks aus den USA ergänzten das eingespielte Team. Coach Zoltán Lippay kann damit eine gesunde Mischung aus Nachwuchsspielern und erfahrenen Kräften aufbieten. Der agile Kock fehlt gegen Jahn allerdings ebenso verletzt wie der routinierte Pointguard Markus Haindl. „Die übrigen Spieler sind körperlich und geistig bereit“, berichtet Lippay. „Der Gegner hat junge, schnelle Spieler. Wir erwarten einen harten Kampf. Unsere Waffe ist die Erfahrung unserer Spieler.“

Die Turnerschaft (TS) Jahn München, die in der laufenden Saison gemessen am Korbverhältnis die stärkste Verteidigung und Offensive der Liga aufbietet, zuletzt zweimal den Drittplatzierten MTV München souverän besiegt hat und daher als Favorit im Duell um Platz eins gilt, hat auf anderem Level eine ähnliche Entwicklung durchlaufen. Vorläuferverein TSV Jahn gehörte mit der Gründung im Jahr 1937 zu den Pionieren des deutschen Basketballs, durchlitt allerdings nach den 1980er-Jahren ebenfalls eine schwere Zeit. Nach einem Wiederaufbau ab den Nuller-Jahren erreichte die erste Herrenmannschaft 2019 mit ihrem vierten Aufstieg in Folge die Bayernliga. Der Verein hat eine der mitgliederstärksten Basketballabteilungen in Bayern und ist in der Jugendarbeit erstklassig: Die U19 spielt in der Nachwuchs-, die U16 in der Jugend-Basketball-Bundesliga.

Aus diesem reichen Fundus stellt Coach Timo Heinrichs auch sein Team zusammen, das als topfit gilt und den Gegner gerne mit einer Ganzfeldverteidigung unter Druck setzt. Mit 386 erzielten Punkten ist Benjamin Voit nach dem Traunsteiner Kameron Rooks (434) und vor dessen Teamkollege Stefan Gruber (322) der zweitstärkste Punktesammler der Bayernliga. Aber die Power der Münchner verteilt sich auf viele Schultern, auch Pirmin Gaißer, Jan Pürschel und Torsten Walter sind immer für zahlreiche Treffer gut.

„Jahn München ist seit Jahren der Maßstab in der Bayernliga und wir wissen, dass wir der Underdog sind“, stellt denn auch Franz Buchenrieder, Abteilungsleiter und Sportdirektor der Chiemgau Baskets, klar. „Als Verein freuen wir uns über diese großartige Gelegenheit, in zwei Finalspielen um die Meisterschaft in der Bayernliga zu kämpfen. Daher ist für uns dieses Heimspiel etwas ganz Besonderes, wenn wir mit unseren lautstarken Fans im Rücken gegen den großen Jahn antreten.“ Buchenrieder, der selbst für den FC Bayern München in der Bundesliga gespielt und mit der TG Landshut als Spieler und Funktionär Erfolge gefeiert hat, weiß aber auch: „Meiner Erfahrung nach ‚gewinnt‘ man keine Meisterschaft, man muss sie sich nehmen. Für die Spieler wird es wichtig sein, diese beiden Spiele einerseits zu genießen und andererseits 40 Minuten total fokussiert und bereit für einen heißen Kampf zu sein.“

Der Einlass in der AKG-Sportarena (Gabelsbergerstr. 2) ist bereits ab 17 Uhr geöffnet. Um Wartezeiten am Eingang zu vermeiden, ist frühes Kommen empfehlenswert. Aus Anlass des Traunsteiner Frühlingsfests haben sich die TVTler noch etwas Besonderes einfallen lassen: Alle, die in Tracht kommen, erhalten freien Eintritt.


Chiemgau Baskets zurück in der Spur

Chiemgau Baskets zurück in der Spur

TV Traunstein schlägt den ESV Staffelsee 84:56 • Am Samstag kommt Tabellenführer TS Jahn München • U16 wird Meister der Bezirksliga

Die Chiemgau Baskets melden sich zurück: Nach der Niederlage gegen MTV München gewann das Bayernliga-Team des TV Traunstein (TVT) am Samstag gegen den Tabellenachten ESV Staffelsee mit 84:56. Die Traunsteiner sicherten damit nach 19 Siegen in 20 Spielen ihren zweiten Platz und zeigen sich gerüstet für das Spitzenspiel gegen die ungeschlagene TS Jahn München, die am Samstag, 7. Mai um 18:30 Uhr in der AKG-Sportarena zu Gast ist – der mit Spannung erwartete Showdown bei der letzten Heimpartie der Saison! Eine erfreuliche Meldung kommt aus dem Nachwuchsbereich: Die Traunsteiner U16 feierte am Samstag mit einem Sieg über den TSV 1880 Wasserburg die Bezirksliga-Meisterschaft.

Baskets-Coach Zoltán Lippay musste kurzfristig auf die erfahrenen Stammkräfte Markus Haindl und Jakob Kock verzichten, die sich im Abschlusstraining verletzt hatten. Stattdessen schickte er ein junges Team auf das Feld, das gegen die mit sieben Mann angereisten Murnauer Selbstvertrauen für das kommende Duell mit dem Spitzenreiter sammeln konnte. Die TVTler waren nach der überraschenden Niederlage in München erkennbar auf Wiedergutmachung aus und starteten mit viel Power in das Spiel. 18:3 hieß es nach fünf Minuten. Kameron Rooks beherrschte offensiv wie defensiv das Geschehen unter dem Korb, Thomas Weber und Stefan Gruber setzten je einen Dreier, und in der Verteidigung agierte das Team giftig und konzentriert. Eine Auszeit nach sieben Minuten half den Murnauern nicht aus der Bredouille. Die Großen Kreisstädter setzten immer wieder erfolgreich Rooks in Szene, was bei der Niederlage gegen den MTV München am Wochenende davor weniger gelungen war. Stefan Gruber markierte mit einem donnernden Dunking nach einem Fastbreak ebenso ein Highlight wie Valentin Rausch mit einem Dreier. Das Viertel endete 29:11.

Im weiteren Verlauf ließ die Konzentration in der Offensive ein wenig nach. Hinten sicherten sich die Traunsteiner die Defensivrebounds, vorne litten sie aber vermehrt an Wurfpech. Zudem häuften sich Unaufmerksamkeiten wie Schrittfehler oder Fehlpässe. Dennoch konnten die Eisenbahner den TVTlern nicht gefährlich werden. Mit 44:20 ging es in die Halbzeit.

Auch in der zweiten Spielhälfte änderte sich das Bild nicht mehr. In der Offensive leisteten sich die Traunsteiner immer wieder Ungenauigkeiten, waren aber zugleich bemüht, sich mit schnellen Passstaffetten und eingeübten Spielsystemen auf das kommende Duell mit Jahn München vorzubereiten. Fehlwürfe und unnötige Ballverluste verhinderten allerdings eine deutlichere Führung. Die Murnauer dagegen agierten nun mutiger und konnten das Match ausgeglichener gestalten, wie die Ergebnisse der einzelnen Spielabschnitte zeigen: Das dritte Viertel ging nur noch mit 21:17 an Traunstein, das letzte endete sogar ausgeglichen 19:19. „Wir haben das Ergebnis geholt, das wir erwartet haben“, resümierte Zoltán Lippay. „Unser Spiel war nicht perfekt, aber gewinnen war Pflicht.“

Alle Augen richten sich nun auf die Duelle gegen TS Jahn München am 7. Mai zu Hause und eine Woche später in der Landeshauptstadt. Mit zwei Siegen ist für die Traunsteiner sogar die Meisterschaft noch möglich. Aber auch den bereits sicheren zweiten Platz verzeichnet Abteilungsleiter und Sportdirektor Franz Buchenrieder als großen Erfolg: „Auch wenn wir ärgerliche Verletzungen im Team haben, ändert das nichts an der Tatsache, dass wir bereits jetzt das beste Saisonergebnis unserer jüngeren Vereinsgeschichte erreicht haben. Das und die Chance auf die Meisterschaft sollten wir alle im Verein genießen. Dabei ist uns klar, dass wir gegen den großen Jahn in der Rolle des Underdogs sind. Das ist kein Problem für uns – im Gegenteil: Wir können frei aufspielen.“

Einen großen Erfolg konnte die U16 des TV Traunstein am Samstag feiern: Das Team von Headcoach Kenan Biberovic sicherte sich mit einem deutlichen 105:33 beim TSV 1880 Wasserburg die Meisterschaft in der Bezirksliga Oberbayern Gruppe Ost. Die jungen TVTler blieben die gesamte Saison ungeschlagen und gewannen die Liga souverän vor dem TSV Vaterstetten und der TG Landshut 2.

 

Es spielten:

Chiemgau Baskets: Stefan Gruber (23 Punkte /1 Dreier), Kameron Rooks (20), Kenan Biberovic (15), Florian Pavic (11), Thomas Weber (6/2), Felix Schwankner (4), Valentin Rausch (3/1),  , Julian Rosnitschek (2), Ante Bandov, Timo Endlmaier, Aris Ipate, Jonas Keil.

ESV Staffelsee: Aaron Moroff (11), Quentin Brugger (10/1), Benedikt Beinhofer (9), Johannes Frühschütz (9/1), Stefan Nüesch (6), Stephan Adelberger (5), Marko Milic (6), Jonas Dotzer.

BU: Tom Weber, gedeckt vom Murnauer Quentin Brugger, sucht den freien Mann. Weber traf im Spiel gegen den ESV Staffelsee zwei Dreier. Credit: Robin Stein/Chiemgau Baskets

Schwerer Endspurt: Die zwei letzten Heimspiele für die Chiemgau Baskets

Schwerer Endspurt: Die zwei letzten Heimspiele für die Chiemgau Baskets  

Am Samstag kommt der ESV Staffelsee, am Wochenende darauf Tabellenführer TS Jahn München

Nach der ersten Saisonniederlage gegen den MTV München sind die Chiemgau Baskets bei ihren kommenden zwei Heimspielen auf Wiedergutmachung aus. Am Samstag, 30. April 2022, kommt um 19:00 Uhr der Bayernliga-Achte ESV Staffelsee an die Traun. Am Wochenende darauf empfängt das erste Herrenteam des TV Traunstein (TVT) zur letzten Heimpartie der Spielzeit den ungeschlagenen Tabellenführer TS Jahn München. Das Rückspiel und damit der endgültige Saisonabschluss folgen am 14. Mai.

 

18 Siege am Stück hatten die Chiemgau Baskets in der Bayernliga Herren Süd gesammelt, letztes Wochenende riss dann die Serie des Tabellenzweiten: Die deutliche 57:91-Niederlage und der schwache Auftritt beim Drittplatzierten MTV München ließen die TVTler ratlos und enttäuscht zurück. Gegen den ESV Staffelsee will das Team von Coach Zoltán Lippay nun die Antwort geben und in die Erfolgsspur zurückfinden. Denn so ganz möchte man den großen Traum von der Meisterschaft trotz der Niederlage in der Landeshauptstadt noch nicht abschreiben und am Samstag zumindest die Chance wahren, in den beiden Partien gegen die favorisierte TS Jahn München eine Überraschung zu schaffen. Nur wenn die Traunsteiner alle drei verbleibenden Spiele gewinnen, stehen sie am Ende der Saison an der Tabellenspitze. Jahn verzeichnet allerdings ein deutlich besseres Korbverhältnis als die TVTler und hat den MTV München diesen Mittwoch mit 76:55 geschlagen.

Aber zunächst steht die Begegnung mit den Murnauern auf dem Programm. Das Hinspiel Anfang Januar fiel mit 89:64 deutlich zugunsten der Traunsteiner aus. Nach siebenwöchiger, coronabedingter Zwangspause starteten sie damals mit einer 21:0-Führung in die Partie und glänzten dabei auch in der Defensive. Mit Kameron Rooks, Jakob Kock, Kenan Biberovic und Stefan Gruber punkteten am Ende gleich vier Spieler zweistellig. An diese engagierte Leistung wollen die TVTler nun anknüpfen.

Der ESV Staffelsee ist seit der Begegnung im Januar in der Bayernliga von Platz fünf auf Platz acht zurückgefallen, hat aber auch weniger Spiele absolviert als die beiden vor ihm platzierten Teams. Von 17 Spielen konnten die Eisenbahner sieben gewinnen. Letztes Wochenende entschied das Team von Coach Andreas Mayr das Duell gegen den Tabellenneunten TSV Neuötting mit 74:40 deutlich für sich. Stärkster Werfer mit einem Schnitt von 15,1 Punkten pro Partie ist Benedikt Beinhofer, der im Hinspiel elf Punkte erzielte. Am meisten Punkte sammelte damals Jonas Dotzer, der drei Dreier versenkte und am Ende auf 14 Zähler kam. Auch Quentin Brugger, Johannes Frühschütz und Aaron Moroff holten zehn Punkte oder mehr.

Gewarnt sein sollten die Baskets von der starken Leistung der Murnauer gegen den MTV München Ende Januar: Staffelsee unterlag dabei zu Hause lediglich mit 71:83 und konnte das Spiel bis zur Halbzeit (35:36) ausgeglichen gestalten. ESV-Coach Andy Mayr hat außerdem dem Münchner Merkur berichtet, dass er über ein Video vom Heimspiel der Traunsteiner gegen Wacker Burghausen verfügt. Letztere führten damals zur Halbzeit 31:24, bevor die Traunsteiner den 64:49-Endstand herstellten. Mayr wird sicher genau studieren, wie die Burghausener in der ersten Hälfte zu diesem Vorsprung kamen und sich eine Taktik ausdenken, um es den Traunsteinern möglichst schwer zu machen.

Ist wie seine Teamkollegen gegen den ESV Staffelsee auf Wiedergutmachung aus: Stefan Gruber, hier im Duell mit Andreas Klett vom TSV Neuötting. Foto: Robin Stein/Chiemgau Baskets

Chiemgau Baskets: Enttäuschung in München

Chiemgau Baskets: Enttäuschung in München

Deftige 57:91-Niederlage beim MTV

Eine echter Härtetest stand für die Bayernliga-Basketballer der Chiemgau Baskets am vergangenen Wochenende beim Drittplatzierten MTV München an. Doch anstatt des erwarteten Duells auf Augenhöhe dominierten die Münchner die Begegnung. Der MTV glänzte in Sachen Einsatzwille, Treffsicherheit sowie taktischer Finesse und sicherte sich somit einen verdienten 91:57-Erfolg. Für die Aufstiegsambitionen der Chiemgau Baskets stellt diese Niederlage einen deutlichen Rückschlag dar. Noch hat man die Chance auf den ersten Platz allerdings in eigener Hand.

Coach Zoltán Lippay konnte vor der Begegnung hinsichtlich der Kaderplanung nahezu aus dem Vollen schöpfen – nur Florian Pavic fehlte. Die Schonfrist nach den Corona-Fällen war vorüber und mit fast allen Mann an Bord hoffte man, für die Begegnung gewappnet zu sein. Nach dem Hinspiel, das die Baskets knapp mit 66:62 gewonnen hatten, wussten die Korbjäger des TV Traunstein (TVT) allerdings, dass sie es mit einem jungen, variablen und athletischen Gegner zu tun bekommen, der ihnen alles abverlangen würde. So war es das erklärte Ziel der Großen Kreisstädter, mit der eigenen Erfahrung und Klasse dagegenzuhalten und die eigene weiße Weste zu wahren. Doch dieses Vorhaben erwies sich schnell als zu ambitioniert. Die TVTler zeigten sich schläfrig in der Verteidigung, auch die Angriffe kamen nur schleppend zustande. Die hoch motivierten Münchner glaubten hingegen von Anfang an fest an ihre Chance, zeigten sich in der Verteidigung bissig und in der Offensive sehr treffsicher.

So ging die Heimmannschaft mit einer verdienten Führung in die erste Viertelpause (22:11). Im anschließenden Spielabschnitt war zwar ein Aufbäumen der Traunsteiner zu erkennen, doch auf gelungene Sequenzen hatte der MTV schnell eine passende Antwort und konnte den Vorsprung in einem Schlussspurt zur Halbzeit hin sogar vergrößern (48:31). Dem Baskets- Center Kameron Rooks fehlte es als Dreh- und Angelpunkt des Traunsteiner Spiels zu oft an Unterstützung. Der Rest der Mannschaft strahlte im Angriff zu wenig Gefahr aus. Lediglich Thomas Weber, Jakob Kock und Kenan Biberovic konnten nennenswerte offensive Akzente setzen. In der Verteidigung verloren die Traunsteiner den eigenen Mann zu oft aus den Augen. Zahlreiche Ballverluste und damit verbundene leichte Punkte für den Gegner taten ihr Übriges. Das Bild änderte sich auch in der zweiten Halbzeit nicht. Früh war klar, dass sich die erste TVT-Niederlage der Saison nicht mehr abwenden ließ.

Nun gilt es im Team aufzuarbeiten, wie es zu dieser Leistung kommen konnte. Sicher ist: Die Chiemgau Baskets müssen die drei verbleibenden Begegnungen gewinnen, wenn sie am Ende der Saison an der Tabellenspitze stehen wollen. Keine leichte Aufgabe, denn es gilt am kommenden Samstag gegen die erfahrenen Murnauer vom ESV Staffelsee und danach gleich zweimal gegen den ungeschlagenen Ligaprimus TS Jahn München zu bestehen, der zum Hinspiel am 7. Mai in Traunstein zu Gast sein wird.

 

Es spielten:

Chiemgau Baskets: Kameron Rooks (26 Punkte), Jakob Kock (8), Thomas Weber (8/2 Dreier), Kenan Biberovic (7/1), Stefan Gruber (4), Markus Haindl (2), Julian Rosnitschek (2), Ante Bandov, Timo Endlmaier, Aris Ipate, Valentin Rausch, Felix Schwankner.

MTV München: Felix Schuck (25/4), Friedrich Rauer (20), Nicolas Schwartz (20/2), Louis Adler (15/3), **** *** (5), Michael Schuhmann (3), Lukas Horn (2), Paul Dell (1), Toby Barka, **** ***, Lennart Lewe.

JR

Jakob Kock, hier beim Hinspiel gegen MTV München Ende Februar in Traunstein, erzielte beim Rückspiel in der Landeshauptstadt acht Punkte. Foto: Robin Stein/Chiemgau Baskets

Chiemgau Baskets wollen beim Drittplatzierten punkten

Chiemgau Baskets wollen beim Drittplatzierten punkten

Am Samstag geht es zum MTV München

Nach zwei spielfreien Wochenenden steht den Chiemgau Baskets zu Beginn des Saisonendspurts ein harter Brocken bevor: Am Samstag, 23. April 2022, sind die Korbjäger des TV Traunstein (TVT) am 25. Spieltag der Bayernliga Süd beim Tabellendritten MTV München zu Gast. Das Hinspiel hatten die TVTler knapp mit 66:62 gewonnen. Sie wollen in der Landeshauptstadt ihre Siegesserie fortsetzen und den 19. Sieg im 19. Spiel einfahren.

 

An den folgenden Samstagen warten dann zwei Heimspiele: Zunächst ist am 30. April der ESV Staffelsee zu Gast, bevor es am 7. Mai beim letzten Heimauftritt der Saison zum Kracher gegen die bisher ebenfalls ungeschlagene TS Jahn München kommt. Das Rückspiel und endgültige Saisonfinale folgt dann eine Woche später.

Der MTV München kommt nach bislang 19 absolvierten Spielen auf 30 Punkte, hat also im Saisonverlauf vier Partien verloren. Die Landeshauptstädter zogen nicht nur gegen die Chiemgau Baskets den Kürzeren, sondern erlitten auch überraschende Niederlagen gegen BC Hellenen München II, ESV Staffelsee und FC Bayern München IV. Gegen die TS Jahn München sind die MTVler aufgrund von Spielverschiebungen in dieser Saison noch nicht angetreten.

Im Hinspiel gegen die Chiemgau Baskets lieferten sich beide Teams im Februar ein intensives Duell auf Augenhöhe, in dem die Traunsteiner durchgehend knapp in Führung lagen. Die Truppe von Coach Zoltán Lippay hatte jedoch ihre Probleme mit den Münchnern, insbesondere mit dem schnellen Nicolas Schwartz, der mit seinen druckvollen Vorstößen und drei Drei-Punkte-Würfen auf 21 Punkte kam. Auch Louis Adler, über die Saison gesehen der stärkste Werfer der Münchner, erzielte drei Dreier und holte insgesamt zehn Zähler. Auf Seiten der Traunsteiner waren Kameron Rooks mit 19, Markus Haindl mit 14 und Stefan Gruber mit elf Zählern die auffälligsten Punktesammler.

Nach der Coronawelle mit sieben positiv getesteten Spielern Mitte März sind inzwischen alle TVTler wieder an Bord. „Noch nicht alle sind wieder bei hundert Prozent, aber mit einer konzentrierten Verteidigung und einer guten Teamarbeit sollten wir es schaffen, auch dieses Spiel zu gewinnen“, hofft Zoltán Lippay. „Wir müssen Ruhe bewahren und taktisch klug auftreten.“ Auch Pointguard Valentin Rausch, der sich Ende Februar im Spiel gegen die HSB Landsberg am Fuß verletzt hatte, konnte zuletzt wieder trainieren und dürfte am Samstag im Kader stehen. „Valentin ist noch nicht wieder komplett fit, aber für einen Kurzeinsatz wird es reichen“, glaubt Lippay.

Baskets-Topscorer Kameron Rooks, hier im Hinspiel gegen den MTV München im Duell mit Nicolas Schwartz, will aus der Landeshauptstadt mit dem 19. Sieg heimkehren. Foto:Robin Stein/Chiemgau Baskets

Chiemgau Baskets siegen ersatzgeschwächt gegen Freising

Chiemgau Baskets siegen ersatzgeschwächt gegen Freising

TV Traunstein holt mit 103:56 den 18. Sieg in Serie

Elf Spieler standen im Kader, sechs davon waren 20 Jahre oder jünger: Nach der Coronawelle im Team mussten die Chiemgau Baskets am Samstag noch auf mehrere Stammkräfte verzichten und traten mit einer ausgesprochen jungen Mannschaft gegen den TSV Jahn Freising an. Dennoch lösten die Korbjäger des TV Traunstein (TVT) die Pflichtaufgabe gegen den Tabellenzwölften souverän und siegten vor 150 Zuschauern deutlich mit 103:56. Damit blieben sie auch im 18. Spiel ungeschlagen und übernahmen die Bayernliga-Tabellenführung vor der TS Jahn München, die am Wochenende spielfrei blieb und eine Partie weniger absolviert hat.

Julian Rosnitschek, Stefan Gruber und Felix Schwankner nahmen zur Anfeuerung auf der Bank Platz, Markus Haindl und Valentin Rausch fehlten gänzlich: Nachdem sieben Spieler der Chiemgau Baskets eine Coronaerkrankung überstanden hatten, setzte Coach Zoltán Lippay voll auf die Jugend. Mit Florian Pavic, Ante Bandov, Jonas Keil, Aris Ipate, Dean Enns und Timo Endlmaier, der sein Heimdebüt im Herrentrikot gab, standen sechs Spieler aus dem eigenen Nachwuchs im Kader.

In der Starting Five stand allerdings nur einer von ihnen. Florian Pavic vertrat Stefan Gruber bestens und beherrschte gemeinsam mit Kameron Rooks das Geschehen unter dem Korb. Pavic gelangen im ersten Viertel acht, Rooks gleich 15 Punkte gegen die mit nur sieben Spielern angereisten Domstädter – mit 29:15 gingen die Teams in die erste kurze Pause. Im zweiten Viertel kamen dann mit Ante Bandov, Jonas Keil und Timo Endlmaier vermehrt die Rookies der Traunsteiner zum Einsatz. Sie hatten zunächst Pech im Abschluss, aber in der 14. Minute ließ Endlmaier mit einem Dreier den Knoten platzen. Keil legte mit zwei weiteren Drei-Punkte-Treffern nach. Nach 17 Minuten durfte Rooks pausieren. Neben Victor Langner standen nun vier Nachwuchskräfte auf dem Platz – und sie ließen sich von den Freisingern die Butter nicht vom Brot nehmen. Auch Aris Ipate trug sich nun in die Punkteliste ein. 57:32 hieß es zur Halbzeit.

In der Pause lenkten die Chiemgau Baskets die Aufmerksamkeit auf ein ernstes Thema und riefen zu einer Spendensammlung für die Opfer des Ukraine-Kriegs auf. Initiator Rafael Fedaie, Vater eines TVT-Jugendspielers, bedankte sich bei der Traunsteiner Bevölkerung für die große Hilfsbereitschaft in den vergangenen Wochen. Er bat die Zuschauerinnen und Zuschauer um Sach- und Geldspenden, die er in Zusammenarbeit mit dem ukrainischen Generalkonsulat an die Kriegsopfer in der Ukraine sowie die Flüchtlinge im Landkreis Traunstein weiterleiten werde. Wer spenden möchte, kann sich für weitere Informationen unter der E-Mail rafaelfedaie79@gmail.com an Herrn Fedaie wenden.

Nach dem Seitenwechsel blieb die junge TVT-Garde auf dem Feld; zeitweise nun sogar zu fünft. Sie bauten den Vorsprung auf 71:38 aus, bis Coach Lippay nach 27 Minuten komplett durchwechselte und wieder mehr erfahrene Spieler auf das Feld schickte. Timo Endlmaier beendete das dritte Viertel schließlich mit einem Dreier zum 76:45. Das letzte Viertel war von einer dominanten Verteidigung der Baskets mit Ballgewinnen in der gegnerischen Hälfte, einigen Dunkings von Kameron Rooks und dynamischen Korblegern von Jakob Kock geprägt. Auf Seiten der Freisinger konnte der Ex-Traunsteiner Lukas Schwankner seine früheren Mannschaftskollegen mit mehreren verwandelten Dreipunktewürfen ärgern. Am Ende stand ein 103:56-Heimsieg auf der Anzeigetafel.

„Es war wie erwartet ein relativ leichtes Spiel für uns, auch weil der Gegner nur sieben Spieler zur Verfügung hatte“, resümierte Baskets-Coach Zoltán Lippay. „Meine Jungs haben gut gespielt. Die jüngere Generation bekam dieses Mal mehr Spielzeit. Unser Spiel war kreativ und die Verteidigung stark.“ Lippays Team hat nun Zeit, sich zu erholen und endgültig auszukurieren. Die nächste Aufgabe wartet erst am 23. April mit dem schweren Auswärtsspiel beim Tabellendritten MTV München. Das folgende Heimspiel findet am 30. April gegen den ESV Staffelsee statt.

Am Sonntag waren auch zwei Jugendteams der Traunsteiner erfolgreich. Die U16 schlug den TSV 1880 Wasserburg mit 102:47, behauptet ungeschlagen die Tabellenspitze und steht damit ein Spiel vor Saisonende als Meister der Bezirksliga Gruppe Ost fest. Die U18 siegte in der Bezirksliga bei der SG Poing mit 66:46 und belegt nun den dritten Platz in der Bezirksliga.

Es spielten:

Chiemgau Baskets: Kameron Rooks (35 Punkte), Florian Pavic (16), Jakob Kock (11), Aris Ipate (10), Kenan Biberovic (8), Jonas Keil (8/2 Dreier), Victor Langner (7), Timo Endlmaier (6/2), Dean Enns (2), Ante Bandov, Thomas Weber.

TSV Jahn Freising: Lukas Schwankner (24/5), Daniel Baierlacher (9/3), Maximilian Eisner (7), Jonathan Koch (7/1), Aaron Raidt (6), Razvan-Sorin Sabau (3), Christoph Hüttenkofer.

BU: Baskets-Coach Zoltán Lippay führte sein Team zum ungefährdeten 103:56-Sieg gegen Freising. Credits: Robin Stein/Chiemgau Baskets.